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Die Kraft des Tanzes im Rollstuhl
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Die Kraft des Tanzes im Rollstuhl

21.10.2019

Am vergangenen Wochenende fand im Beijing 77 Theater das erste Star Art Festival unter dem Motto „Inklusive Kunst“ statt, bei dem die berühmte amerikanische Tanzgruppe die Essenz des „Tanzrads“ präsentierte. Diese außergewöhnliche Gruppenperformance rief beim Publikum tiefe Bewunderung und Reflexionen über das Leben hervor.

Der Tanz im Rollstuhl berührte das Publikum.

Das erste Sternenhimmel-Kunstfestival im Jahr 2019, das unter dem Motto „Barrierefreie Kunst“ steht, besteht aus vier Teilen: einem chinesisch-britischen Forum für barrierefreie Kunst, einer von Künstlern mit Behinderung geleiteten Aufführung, einem Workshop zu Symbiose und Integration sowie einer Ausstellung von Originalgemälden geistig behinderter Kinder.

Am 19. Oktober präsentierte die American Dance Troupe im Theater 77 die „Essenz des Reigentanzes“. Fünf sorgfältig arrangierte Stücke bildeten zusammen einen vitalen Rollstuhltanz. Neben Tänzern mit Behinderung traten auch professionelle Tänzer auf, die keine Behinderung haben. Unabhängig von ihrer körperlichen Verfassung nutzten alle ihren Körper, um ihre künstlerische Energie auszudrücken und das Publikum zu berühren. Besonders beeindruckend war Mary, die künstlerische Leiterin der Gruppe. Sie ist nicht mehr die Jüngste, ihr Körper ist durch die langjährige Nutzung des Rollstuhls verändert. Doch wenn sie tanzt, strahlt jede ihrer Bewegungen Selbstvertrauen und Stolz aus. „Ich möchte mein ganzes Leben lang tanzen“, sagte sie. „Seit ich drei Jahre alt bin, übe ich mit meinen Brüdern an Krücken. Meine Mutter hat alles dokumentiert und mich immer darin unterstützt, ein unabhängiger Mensch zu werden.“

Der Reporter erfuhr, dass Marys erster öffentlicher Auftritt 1980 stattfand. Sie tanzte im Rollstuhl in einer Varietéshow in den USA und schrieb damit Geschichte im Behindertentanz. Anschließend gründete Mary eine Tanzgruppe, um ihre künstlerischen Ideen durch Bühnenauftritte, Hochschultrainings, Künstlerresidenzen, Meisterkurse, Workshops und andere Formate einem weltweiten Publikum von über 5 Millionen Menschen zu vermitteln. Als weltweit erste professionelle Rollstuhltänzerin sagte Mary: „Wenn ich einmal tanzen kann, will ich nicht mehr aufhören. Es ist das freieste Erlebnis meines Lebens. Für Rollstuhlfahrer bietet die Bühne viel Bewegungsfreiheit, Schnelligkeit und Flexibilität in einem barrierefreien Raum – das ist mein Traum.“

Die herausragenden Darbietungen dieser Tänzer aus den USA haben das chinesische Publikum tief beeindruckt. Li Hui, ein chinesischer Tänzer mit Behinderung, der in der ersten Reihe im Rollstuhlbereich saß, konnte nicht anders, als einen Teil seines selbst choreografierten Tanzes „Wildgans“ aufzuführen. Der Austausch von Künstlern mit Behinderung zwischen den beiden Ländern verlieh der Veranstaltung eine besonders berührende und herzliche Atmosphäre. Li Hui war früher professioneller Tänzer. 2012 reiste seine Tanzgruppe im Namen Chinas nach London, um an einer Rahmenveranstaltung der Olympischen Spiele teilzunehmen. Doch am Ende der Vorstellung brach sich Li Hui bei einem Unfall einen Lendenwirbel und erlitt eine Wirbelsäulenverletzung, die zum vollständigen Verlust der Bewegungsfähigkeit und des Bewusstseins in den unteren Körperhälften führte. Nach der Verletzung gab der traurige Li Hui den Gedanken an eine weitere Tanzkarriere auf. Doch mit der Ermutigung und Unterstützung seiner Mutter choreografierte Li Hui seinen ersten Tanz „Wildgans“ im Rollstuhl, der seine Lebensfreude und seinen Widerstand gegen das Schicksal durch Lieder und Tänze zum Ausdruck brachte. Anschließend gründete er auch eine Tanzgruppe, deren Hauptbestandteil Tänzer mit Behinderung waren, in der Hoffnung, durch den Tanz die Kraft der Kunst an alle weiterzugeben, damit jeder dem zukünftigen Leben aktiver begegnen kann.

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