Wählen Sie den richtigen Rollstuhl ⑥Neigung oder Liegefunktion
Neigen oder Zurücklehnen
Manche Menschen nutzen spezielle Rollstühle, um den Druck zu verteilen und so das Risiko von Hautabschürfungen zu verringern. Diese Stühle erhöhen außerdem den Sitzkomfort und die Belastbarkeit.
Eine Stuhlart, der sogenannte „Neigungsstuhl“, verändert die Sitzposition, während Hüft-, Knie- und Sprunggelenkwinkel fixiert bleiben. Im Prinzip kippt dabei die gesamte Sitzfläche. Die andere Stuhlart ist ein Liegestuhl, der den Winkel zwischen Sitzfläche und Rückenlehne verändert, die Rückenlehne abflacht und in manchen Fällen die Beine anhebt, sodass eine ebene Fläche entsteht.
Ein Neigungssystem verlagert den Druck von Gesäß und Oberschenkelrückseite auf Rumpf und Kopf. Es unterstützt die Körperhaltung und verhindert Scherkräfte (die Reibung von Gewebe auf einer Oberfläche). Ein Nachteil: Sitzt der Benutzer beispielsweise an einem Arbeitsplatz, muss er aufgrund der Neigung etwas Abstand zum Tisch halten, um ein Anstoßen mit den Knien oder Fußstützen zu vermeiden.
Verstellbare Rückenlehnen ermöglichen eine größere Sitz- und Rückenlehnenneigung und, in Kombination mit hochklappbaren Beinstützen, auch eine größere Kniefreiheit. Das Verstellen der Rückenlehne bietet Vorteile beim Essen, beim Umsetzen oder bei der Toilettenbenutzung, da all dies im Liegen einfacher ist.
Generell bietet die Liegefunktion eine bessere Druckentlastung als die Kippfunktion, birgt aber ein höheres Risiko von Scherkräften. Das Hochlagern der Beine kann für Menschen mit Ödemen hilfreich sein. Sowohl die Kipp- als auch die Liegefunktion müssen von Experten für Sitzpositionierung angepasst und verordnet werden.
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